Ein einzelnes Blatt reicht bei einer Monstera leider nicht aus, damit eine neue Pflanze entsteht. Entscheidend ist ein Stück Spross mit mindestens einem Blattknoten, denn dort sitzen die schlafenden Augen für neue Wurzeln und Triebe. Ich zeige, wie ein geeigneter Monstera-Ableger geschnitten wird, welche Methode besser passt und wie typische Fäulnisfehler vermieden werden.
Mit dem richtigen Knoten gelingt die neue Monstera meist zuverlässig
- Geeigneter Schnitt mit mindestens einem Blattknoten, idealerweise zusätzlich einer Luftwurzel.
- Beste Zeit ist das Frühjahr oder der frühe Sommer bei warmen, hellen Bedingungen.
- Wasservermehrung macht die Wurzelbildung sichtbar, während Erde den späteren Standortwechsel erspart.
- Geduld ist wichtig: Je nach Temperatur und Licht dauert die Bewurzelung meist 2 bis 8 Wochen.
- Staunässe ist der häufigste Grund, warum ein ansonsten gesunder Steckling fault.

Was ein guter Monstera-Ableger braucht
Im Alltag wird fast jeder abgeschnittene Teil als Ableger bezeichnet. Botanisch handelt es sich meistens um einen Kopfsteckling oder Stammsteckling. Ein echtes Absenken bleibt zunächst mit der Mutterpflanze verbunden, während der geschnittene Steckling selbstständig neue Wurzeln bilden muss.
Der wichtigste Punkt ist der Blattknoten, auch Nodium genannt. Er sitzt dort, wo ein Blattstiel oder eine Luftwurzel aus dem Spross wächst. Nur ein Blatt ohne Sprossstück kann zwar lange frisch aussehen, entwickelt bei Monstera deliciosa aber in der Regel keine neue Pflanze.
| Steckling | Merkmale | Einschätzung |
|---|---|---|
| Kopfsteckling | Triebspitze mit einem oder zwei Blättern, Knoten und möglichst Luftwurzel | Am einfachsten für Einsteiger |
| Stammsteckling | Sprossstück mit einem oder mehreren Knoten, manchmal ohne Blatt | Funktioniert, treibt aber oft langsamer aus |
| Blattsteckling | Nur Blatt mit Blattstiel | Für eine neue Monstera meist ungeeignet |
Ich würde lieber einen kleinen, gut proportionierten Kopfsteckling schneiden als ein langes Stück mit vielen Blättern. Zu viel Blattmasse belastet einen wurzellosen Trieb, während ein kurzer Steckling seine Energie gezielter in die Bewurzelung steckt.
Den Steckling richtig schneiden
Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr oder frühen Sommer. Dann wächst die Mutterpflanze aktiv und der Steckling bekommt ausreichend Licht und Wärme. In einem sehr hellen, warmen Raum ist die Vermehrung grundsätzlich auch außerhalb dieser Zeit möglich, im Winter dauert sie jedoch meist deutlich länger.
- Wähle einen gesunden Trieb mit einem festen Spross und mindestens einem Blattknoten.
- Verwende ein scharfes, desinfiziertes Messer oder eine saubere Schere.
- Schneide etwa 1 bis 2 Zentimeter unterhalb des Knotens.
- Lass bei vorhandenen Luftwurzeln möglichst ein Stück davon am Steckling.
- Entferne nur Blätter, die später im Wasser oder Substrat liegen würden.
Die Schnittstelle sollte sauber und fest sein. Bei einer Vermehrung in Erde lasse ich sie einige Stunden antrocknen, damit die Oberfläche leicht abtrocknet. Im Wasser ist das weniger entscheidend, trotzdem sollte der Steckling nicht unmittelbar nach dem Schnitt in ein warmes, schmutziges Glas gestellt werden.
Eine Luftwurzel muss nicht besonders lang sein. Sie erhöht die Erfolgschance, ist aber keine zwingende Voraussetzung, solange der Blattknoten vorhanden und unverletzt ist. Schneide Luftwurzeln nicht aus optischen Gründen ab, denn sie können sich in feuchtem Substrat zu normalen Wurzeln weiterentwickeln.
Wasser oder Erde als Bewurzelungsmethode
Beide Wege funktionieren. Für Anfänger ist Wasser oft angenehmer, weil sich die Wurzelbildung beobachten lässt. Ich bevorzuge diese Methode bei einem einzelnen wertvollen Steckling, während ich kräftige Triebe mit guter Luftwurzel gern direkt in ein luftiges Substrat setze.
| Methode | Vorteile | Risiken |
|---|---|---|
| Wasser | Wurzeln sichtbar, einfach zu kontrollieren | Fäulnis bei altem Wasser oder zu tiefem Eintauchen |
| Erde | Kein späterer Wechsel von Wasser- zu Erdwurzeln | Wurzeln bleiben unsichtbar, Feuchtigkeit schwerer einzuschätzen |
| Perlit oder Sphagnum | Sehr luftiges Umfeld, gut für empfindliche Stecklinge | Benötigt regelmäßige Kontrolle und darf nicht austrocknen |
Bewurzelung im Wasserglas
Fülle ein sauberes, schmales Gefäß mit zimmerwarmem Wasser. Nur der Knoten und die Luftwurzel sollten im Wasser stehen, nicht das gesamte Sprossstück und schon gar nicht das Blatt. Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne ist ideal, bei etwa 20 bis 25 Grad Celsius.
Wechsle das Wasser ungefähr einmal pro Woche oder früher, wenn es trüb wird. Ein Glas mit zu viel Wasser wirkt zwar großzügig, erhöht aber die Gefahr, dass der Stamm fault. Sobald mehrere kräftige Wurzeln etwa 5 bis 10 Zentimeter lang sind, kann der Steckling in ein passendes Gefäß mit durchlässiger Erde umziehen.
Direkt in Substrat pflanzen
Das Substrat sollte locker und luftdurchlässig sein, zum Beispiel eine Mischung aus Zimmerpflanzenerde, Pinienrinde und Perlite. Der Knoten sitzt knapp unter der Oberfläche, während das Blatt frei bleibt. Feucht, aber nicht nass lautet die richtige Devise.
Ein transparenter Beutel oder eine einfache Anzuchthaube kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Lüfte täglich kurz, damit sich kein Schimmel bildet. Bei dieser Methode zeigt sich der Erfolg häufig zuerst durch ein festes Blatt oder einen neuen Austrieb, nicht durch sofort sichtbare Wurzeln.
Die richtige Pflege bis zum ersten neuen Blatt
Ein Steckling braucht jetzt vor allem Wärme, helles indirektes Licht und Ruhe. Direkte Sonne hinter Glas kann das Blatt schnell überhitzen, während ein dunkler Standort die Bewurzelung stark verlangsamt. Zugluft und kalte Fensterbänke sind ebenfalls ungünstig.
Kontrolliere den Steckling einmal pro Woche. Im Wasser achte ich auf einen festen, hellen Wurzelansatz und entferne sofort weiche oder dunkel werdende Stellen. In Erde prüfe ich die Feuchtigkeit vorsichtig mit dem Finger, statt nach einem starren Gießplan vorzugehen.
Die ersten Wurzeln können nach zwei bis drei Wochen erscheinen, manchmal braucht die Pflanze aber sechs bis acht Wochen. Ein längerer Zeitraum ist nicht automatisch ein Misserfolg. Solange der Spross fest bleibt und keine fauligen Stellen zeigt, darf der Steckling weiterwachsen.
Nach dem Einpflanzen sollte der Topf nur wenig größer als das Wurzelwerk sein und ein Abflussloch besitzen. Ein zu großer Topf speichert zu viel Wasser und macht die Kontrolle unnötig schwer. Dünger braucht die junge Pflanze erst, wenn sie sichtbar weiterwächst und sich an das Substrat gewöhnt hat.
Typische Fehler und schwierige Fälle
Der Steckling hat keine Luftwurzel
Das ist kein Grund, ihn sofort aufzugeben. Wenn ein gesunder Blattknoten vorhanden ist, kann er eigene Wurzeln bilden. Die Bewurzelung dauert dann oft länger, weshalb ein warmes, helles Umfeld und ein sehr luftiges Substrat besonders wichtig sind.
Der Stamm wird weich oder schwarz
Weiche Stellen deuten meist auf Fäulnis hin. Schneide den betroffenen Bereich mit einem desinfizierten Messer bis ins feste Gewebe zurück und lass die neue Schnittfläche trocknen. Danach kommt der Steckling in frisches Wasser oder sauberes Substrat, nicht zurück in das alte Material.
Nur ein Blatt wurde abgeschnitten
Ein einzelnes Blatt kann im Wasser wochenlang attraktiv bleiben, ohne dass ein neuer Trieb entsteht. Fehlt der Knoten, fehlt auch die Stelle, aus der ein neues Wachstumsknospen entstehen kann. Blatt plus Blattknoten ist die Mindestkombination für eine echte neue Pflanze.
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Variegierte Sorten wachsen langsamer
Bei weiß oder gelb panaschierten Monsteras steht weniger grünes Gewebe für die Photosynthese zur Verfügung. Solche Stecklinge benötigen oft mehr Geduld und ausreichend Helligkeit, dürfen aber nicht in die pralle Sonne. Ein Stück mit überwiegend weißem Spross ist besonders empfindlich und hat eine geringere Wachstumskraft.
Wer Haustiere oder kleine Kinder im Haushalt hat, sollte außerdem beachten, dass Monstera-Pflanzenteile reizende Calciumoxalat-Kristalle enthalten. Stecklinge, Schnittreste und Blätter gehören deshalb nicht in Reichweite von Tieren oder Kindern.
So wird aus dem Steckling eine kräftige Zimmerpflanze
Der wichtigste Schritt passiert bereits beim Schneiden. Ein gesunder Knoten, ein sauberer Schnitt und ein überschaubarer Steckling schaffen bessere Voraussetzungen als zusätzliche Mittel oder vermeintliche Bewurzelungstricks.
Nach dem Anwachsen lohnt sich eine kleine Kletterhilfe. An einem Moosstab oder einer stabilen Rankhilfe kann die Monstera größere Blätter entwickeln und ihre Luftwurzeln sinnvoll einsetzen. Ich würde die Pflanze dabei nicht ständig umstellen, sondern ihr einen festen, hellen Platz geben.
Geduld zahlt sich aus. Wer die Feuchtigkeit regelmäßig kontrolliert, Fäulnis früh erkennt und den jungen Wurzeln Zeit lässt, kann aus einem einzigen Trieb mit wenig Aufwand eine langlebige neue Zimmerpflanze ziehen.