Rhabarber umpflanzen - so gelingt der Neustart im Herbst

Rhabarberstiele in der Erde, bereit zum Rhabarber umpflanzen. Grüne Blätter und rote Stiele bilden ein dichtes Dickicht.

Geschrieben von

Hannes Seeger

Veröffentlicht am

29. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Rhabarberstock zu dicht an anderen Pflanzen steht, kaum noch Platz hat oder nach Jahren schwächer wächst, lässt er sich meist problemlos an einen neuen Standort setzen. Beim Rhabarber umpflanzen entscheiden vor allem der richtige Zeitpunkt, ein großzügiges Pflanzloch und ein sorgfältiger Umgang mit dem Wurzelstock über den Erfolg. Ich zeige, wann der Umzug sinnvoll ist, wie Sie die Staude teilen oder komplett versetzen und wann wieder geerntet werden darf.

So gelingt der Standortwechsel ohne unnötigen Erntestress

  • Beste Zeit ist der Frühherbst von September bis Oktober.
  • Planen Sie pro Pflanze etwa einen Quadratmeter Platz ein.
  • Der Boden sollte nährstoffreich, tiefgründig und feucht, aber nicht staunass sein.
  • Beim Teilen braucht jedes Stück mehrere kräftige Austriebsknospen.
  • Im ersten Jahr nach dem Umsetzen bleibt die Ernte aus.

Ein großer Rhabarberbusch mit kräftigen grünen Blättern und roten Stielen, bereit zum Rhabarber umpflanzen.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Start

Am zuverlässigsten gelingt der Standortwechsel im Frühherbst, besonders im September und Oktober. Die Blätter ziehen sich langsam zurück, der Boden ist noch warm und die Pflanze kann vor dem Winter neue Wurzeln bilden. Genau diese Kombination macht den Herbst besser als einen trockenen oder heißen Sommertag.

Ein Umsetzen im zeitigen Frühjahr ist ebenfalls möglich, sobald der Boden frostfrei und bearbeitbar ist. Ich würde diesen Termin wählen, wenn der Herbst bereits sehr nass war oder die Pflanze wegen Bauarbeiten kurzfristig weichen muss. Während des Austriebs sollten Sie jedoch besonders vorsichtig arbeiten, weil die jungen Triebe leicht abbrechen.

Warten Sie nicht auf einen festen Kalendertag. Entscheidend sind ein frostfreier Boden, ausreichende Feuchtigkeit und eine Wetterphase ohne starke Hitze. Bei einer Umpflanzung im Spätherbst kurz vor dem Bodenfrost steigt das Risiko, dass die Schnittstellen am Wurzelstock nicht mehr sauber verheilen.

Der neue Platz braucht Raum und einen guten Boden

Rhabarber ist eine ausdauernde Staude und bleibt idealerweise viele Jahre am selben Platz. Eine ausgewachsene Pflanze benötigt ungefähr einen Quadratmeter Standfläche, bei besonders kräftigen Sorten sogar etwas mehr. Zu dicht gesetzte Stöcke konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, und die Blattstiele bleiben häufig dünn.

Am besten gefällt der Staude ein sonniger bis halbschattiger, möglichst windgeschützter Standort. Vollsonne funktioniert, wenn der Boden im Sommer nicht austrocknet. Ich bevorzuge einen Platz mit heller Morgensonne und gleichmäßiger Bodenfeuchte, weil die großen Blätter dort weniger schnell schlappen.

So sollte das Beet vorbereitet sein

Der Boden muss tiefgründig, humos und nährstoffreich sein. Verdichtete Lehmschichten lockern Sie gründlich auf, während sehr sandige Böden mit reifem Kompost oder gut verrottetem Laubhumus mehr Wasserhaltevermögen bekommen. Staunässe ist problematischer als gelegentliche Trockenheit, weil der Wurzelstock dann faulen kann.

Heben Sie den Boden am neuen Platz etwa 50 bis 70 Zentimeter tief auf und entfernen Sie Wurzelunkräuter sorgfältig. Mischen Sie die ausgehobene Erde mit reifem Kompost. Eine jährliche Gabe von ungefähr 3 Litern Kompost pro Quadratmeter im zeitigen Frühjahr reicht in vielen Beeten als solide Grundversorgung aus.

Setzen Sie die Pflanze möglichst nicht dorthin, wo in den vergangenen Jahren bereits Rhabarber stand. Wenn es sich einrichten lässt, halte ich eine mehrjährige Anbaupause von ungefähr fünf Jahren für sinnvoll. Dadurch sinkt das Risiko, dass sich bodenbürtige Krankheiten und einseitig ausgelaugte Bodenverhältnisse fortsetzen.

So setzen Sie den Wurzelstock Schritt für Schritt um

Bereiten Sie das Pflanzloch vor, bevor Sie die alte Pflanze ausgraben. Es sollte mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen sein und genügend lockere Erde unter und neben dem Stock bieten. Ein schmaler Spalt im verdichteten Boden erschwert das Anwachsen deutlich.

  1. Blätter zurücknehmen: Entfernen Sie gelbe oder abgeknickte Blätter. Gesunde Blätter können Sie bei einer Herbstaktion ebenfalls stark einkürzen, damit weniger Wasser über die Blattfläche verloren geht.
  2. Großzügig ausgraben: Stechen Sie mit dem Spaten mit Abstand zum Stock tief ein und heben Sie ihn möglichst mit einem zusammenhängenden Ballen heraus. Eine Grabegabel schont die Wurzeln oft besser als wiederholtes Spatenstechen.
  3. Wurzelstock prüfen: Schneiden Sie weiche, schwarze oder deutlich beschädigte Stellen mit einem sauberen, scharfen Messer ab. Gesunde Stücke sind fest und besitzen mehrere sichtbare Knospen.
  4. Richtig einsetzen: Legen Sie den Stock waagerecht in die vorbereitete Erde. Die Knospen sollten nur etwa 2 bis 5 Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Wird der Wurzelstock zu tief gesetzt, treibt er oft verspätet oder nur schwach aus.
  5. Angießen und mulchen: Treten Sie die Erde vorsichtig an, formen Sie einen kleinen Gießrand und geben Sie reichlich Wasser. Eine lockere Mulchschicht aus Laub oder reifem Kompost schützt vor Austrocknung, darf die Knospen aber nicht vollständig bedecken.

Beim Angießen geht es nicht um tägliches Überfluten, sondern um einen guten Bodenschluss. In den ersten Wochen kontrolliere ich die Feuchtigkeit mit dem Finger etwa fünf Zentimeter tief. Fühlt sich die Erde dort trocken an, braucht die Pflanze Wasser, bei nassem Boden bleibt die Gießkanne stehen.

Teilen oder als ganzen Stock versetzen

Ein alter Rhabarber lässt sich komplett umsetzen, aber oft ist das Teilen die bessere Gelegenheit. Die Teilung verjüngt den Stock und liefert zusätzliche Pflanzen für ein neues Beet. Gleichzeitig wird die Pflanze leichter und lässt sich mit weniger Kraft ausgraben und transportieren.

Variante Geeignet für Worauf es ankommt
Ganzer Stock Kräftige, gesunde Pflanzen mit ausreichend Platz Großen Ballen erhalten und möglichst wenig Wurzeln verletzen
Geteilter Stock Sehr große oder überalterte Pflanzen Jedes Teilstück braucht mehrere kräftige Knospen und feste Wurzeln
Topfpflanze Kleine Pflanzen oder begrenzter Gartenraum Großes Gefäß, gute Drainage und regelmäßige Wasserversorgung

Zum Teilen legen Sie den ausgegrabenen Stock auf eine feste Unterlage und trennen ihn mit einem sauberen Spaten oder einem stabilen Messer. Ich würde lieber zwei bis vier kräftige Teilstücke gewinnen als viele kleine Fragmente. Jedes Stück sollte mehrere Austriebsknospen und ausreichend Wurzelmasse besitzen, damit es nicht mit zu wenig Reserven in den Winter geht.

Die Schnittflächen können kurz abtrocknen, bevor die Teilstücke wieder in die Erde kommen. Ein Einstäuben mit Holzkohle wird gelegentlich empfohlen, entscheidender sind aus meiner Sicht jedoch sauberes Werkzeug, gesunde Wurzelstücke und ein nicht vernässter Boden. Kleine, weich geschnittene Reste ohne Knospen haben kaum eine gute Entwicklungschance.

Pflege nach dem Umsetzen und erste Ernte

Direkt nach dem Einpflanzen braucht der Rhabarber vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit. Kontrollieren Sie den Boden bei trockenem Wetter regelmäßig und wässern Sie lieber durchdringend als täglich nur oberflächlich. Eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden, sollte aber etwas Abstand zur Pflanzenmitte behalten.

Auf zusätzlichen Dünger direkt am Wurzelstock verzichte ich. Frischer Mist oder konzentrierter Mineraldünger kann die empfindlichen Schnittstellen reizen. Besser ist eine dünne Kompostgabe im Frühjahr, sobald die Pflanze neu austreibt.

Im ersten Jahr nach dem Umsetzen sollte nicht geerntet werden. Die Pflanze muss zunächst Wurzeln bilden und ihre Reserven auffüllen. Bei kleinen Teilstücken oder einem sichtbar schwachen Austrieb empfehle ich sogar, auch im zweiten Frühjahr nur zuzusehen und die Ernte noch einmal auszusetzen.

Ab dem zweiten oder dritten Standjahr können Sie vorsichtig einzelne kräftige Stangen herausdrehen. Ernten Sie nie alle Stiele auf einmal, sondern lassen Sie immer mehrere Blätter für die Versorgung der Staude stehen. Die Blätter selbst gehören nicht auf den Teller, verwendet werden nur die geschälten oder ungeschälten Blattstiele je nach Sorte und Rezept.

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Diese Fehler bremsen das Anwachsen

  • Zu tief pflanzen: Die Knospen liegen dann unter einer dicken Erdschicht und treiben nur zögerlich aus.
  • Zu wenig Platz lassen: Die Pflanze wirkt zunächst klein, entwickelt aber schnell eine breite Blattrosette.
  • Im Sommer umsetzen: Hitze und Verdunstung belasten den Wurzelstock unnötig.
  • Zu kleine Teilstücke verwenden: Wenige Wurzeln und fehlende Knospen führen oft zu schwachem Austrieb.
  • Sofort ernten: Jede entnommene Stange fehlt der Pflanze beim Wiederaufbau.

Mit Geduld wird aus dem Umzug ein kräftiger Neustart

Ein Rhabarber muss nicht routinemäßig nach einigen Jahren umziehen. Wenn er genug Platz hat, gesund aussieht und zuverlässig wächst, darf er durchaus lange am selben Standort bleiben. Ein Wechsel lohnt sich vor allem bei Platzmangel, nachlassendem Wachstum, ungünstigem Boden oder einer nötigen Verjüngung.

Wer den Frühherbst nutzt, den Wurzelstock nicht zu tief setzt und im ersten Jahr auf Ertrag verzichtet, gibt der Staude die besten Voraussetzungen. Ich sehe die Umpflanzung deshalb weniger als kurzfristige Erntemaßnahme, sondern als Investition in viele weitere Jahre mit kräftigen Blattstielen.

Häufig gestellte Fragen

Am zuverlässigsten gelingt das Umpflanzen im Frühherbst, besonders im September und Oktober. Der Boden ist dann noch warm, meist ausreichend feucht und die Pflanze kann vor dem Winter neue Wurzeln bilden. Ein frostfreier Termin im zeitigen Frühjahr ist ebenfalls möglich, während Hitze und starker Austrieb vermieden werden sollten.

Planen Sie pro ausgewachsener Pflanze etwa einen Quadratmeter Standfläche ein, bei kräftigen Sorten etwas mehr. Der Boden sollte tiefgründig, humos, nährstoffreich und gleichmäßig feucht, aber nicht staunass sein. Das Pflanzloch wird etwa 50 bis 70 Zentimeter tief vorbereitet und mit reifem Kompost verbessert.

Graben Sie den Stock großzügig aus und teilen Sie ihn mit einem sauberen Spaten oder stabilen Messer in zwei bis vier kräftige Stücke. Jedes Teilstück braucht mehrere Austriebsknospen und ausreichend feste Wurzelmasse. Kleine Reststücke ohne Knospen wachsen meist nur schlecht an.

Im ersten Jahr nach dem Umsetzen sollte die Ernte vollständig ausbleiben, damit der Rhabarber Wurzeln bilden und Reserven auffüllen kann. Bei kleinen Teilstücken oder schwachem Austrieb ist es sinnvoll, auch im zweiten Frühjahr noch nicht zu ernten. Ab dem zweiten oder dritten Standjahr können Sie vorsichtig einzelne kräftige Stangen herausdrehen.

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Hannes Seeger

Hannes Seeger

Mein Name ist Hannes Seeger und seit 11 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Haus, Garten, Natur und Energie. Diese Bereiche sind für mich weit mehr als nur Schlagworte; sie sind die Grundlage für ein nachhaltiges und erfülltes Leben, und genau das möchte ich auf prof-frommhold.de vermitteln. Meine Reise in diese Welt begann mit einer tiefen Neugier, wie wir unsere unmittelbare Umgebung gestalten und mit Energie versorgen können, und hat sich zu einer Leidenschaft entwickelt, dieses Wissen verständlich aufzubereiten. Ich lege großen Wert darauf, Informationen zu recherchieren, zu vergleichen und so aufzubereiten, dass sie nicht nur korrekt, sondern auch leicht nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen praktische Einblicke und fundierte Ratschläge zu geben, damit Sie Ihre eigenen Projekte rund um Haus, Garten und Energie erfolgreich umsetzen können.

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Kommentare

2
ED

Edeltraud

Danke für die hilfreichen Tipps zum Rhabarber umpflanzen!

Hannes Seeger
Hannes SeegerAutor

Cieszę się, że mogłem pomóc!

TH

Thorsten

Danke für die Tipps! 👍

Hannes Seeger
Hannes SeegerAutor

Gern geschehen!