Drachenbaum vermehren - so gelingen Stecklinge in Wasser und Erde

So einfach lässt sich ein Drachenbaum vermehren: Stecklinge mit Wurzeln werden in Töpfe gesetzt. Später wachsen daraus neue Pflanzen.

Geschrieben von

Hans Philipp

Veröffentlicht am

30. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein Drachenbaum lässt sich mit wenigen Handgriffen aus einer älteren Pflanze neu ziehen. Ich zeige, welche Stecklinge geeignet sind, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist und wie die Bewurzelung in Wasser oder Erde zuverlässig gelingt.

Mit diesen Grundlagen gelingt die Vermehrung meist problemlos

  • Kopfstecklinge mit 8 bis 15 cm Länge sind für Einsteiger am einfachsten.
  • Frühling und Sommer bieten die besten Bedingungen für eine schnelle Wurzelbildung.
  • Das Substrat sollte locker, durchlässig und nur leicht feucht sein.
  • Bei Stammstücken muss die ursprüngliche Wuchsrichtung erhalten bleiben.
  • Helle Wärme ohne direkte Mittagssonne fördert die Bewurzelung deutlich.

Welche Methode passt zu deinem Drachenbaum

Die meisten Drachenbäume, darunter der beliebte Dracaena marginata und der Duftende Drachenbaum, lassen sich über Kopfstecklinge, Stammstücke oder Bodentriebe vermehren. Samen spielen bei Zimmerpflanzen kaum eine Rolle, weil die Aussaat deutlich länger dauert und Sorteneigenschaften nicht immer erhalten bleiben.

Methode Geeignet für Vorteil Geduld
Kopfsteckling Triebspitze mit Blattschopf Schneller Start und sofort dekorativ Etwa 3 bis 8 Wochen
Stammsteckling Verholzter Stamm Mehrere neue Pflanzen aus einem Rückschnitt Oft etwas langsamer
Bodentrieb Junger Seitentrieb mit eigenen Wurzeln Besonders unkompliziert, wenn bereits Wurzeln vorhanden sind Meist schneller

Ich bevorzuge bei einer zu hoch gewachsenen Pflanze den Kopfsteckling. Er bewurzelt meist zügig und bringt von Anfang an den typischen Blattschopf mit. Stammstücke sind dagegen ideal, wenn beim Rückschnitt mehrere Abschnitte anfallen und du gleich mehrere kleine Drachenbäume heranziehen möchtest.

Der richtige Zeitpunkt und eine saubere Vorbereitung

Am zuverlässigsten funktioniert die Vermehrung zwischen März und August, wenn der Drachenbaum aktiv wächst. In einem warmen, hellen Zimmer kann ein Versuch zwar auch außerhalb dieser Zeit gelingen, doch im Winter dauert die Wurzelbildung oft länger und Ausfälle sind wahrscheinlicher.

Du brauchst ein scharfes, sauberes Messer oder eine Gartenschere, ein kleines Gefäß und entweder Wasser oder ein durchlässiges Anzuchtsubstrat. Für die Erde eignet sich beispielsweise torffreie Anzuchterde mit Perlite oder grobem Sand. Normale, schwere Blumenerde speichert häufig zu viel Wasser und erhöht das Risiko für Fäulnis.

  • Wähle eine gesunde, kräftige Mutterpflanze ohne weiche Stämme oder Schädlingsbefall.
  • Schneide möglichst unterhalb eines Blattansatzes oder einer sichtbaren Triebknospe.
  • Entferne die unteren Blätter, damit später kein Laub im Wasser oder Substrat steckt.
  • Lass frische Schnittstellen bei Bedarf ein bis drei Stunden antrocknen.

Der Schnitt darf glatt und sauber sein, muss aber nicht mit Kerzenwachs verschlossen werden. Entscheidend sind ein hygienisches Werkzeug, ein gesunder Steckling und ein Standort ohne starke Temperaturschwankungen.

Kopfstecklinge Schritt für Schritt bewurzeln

Ein Kopfsteckling besteht aus der Triebspitze und dem darüber sitzenden Blattschopf. Schneide ihn mit einer Länge von ungefähr 8 bis 15 cm ab. Sehr lange, weiche Triebe verlieren viel Wasser und kippen leichter um, während ein kompakter Steckling seine Energie besser in die Wurzelbildung steckt.

  1. Entferne die unteren Blätter und lasse am oberen Ende nur den gesunden Blattschopf stehen.
  2. Fülle einen kleinen Topf mit feuchtem, lockerem Anzuchtsubstrat.
  3. Stecke den Trieb etwa 2 bis 4 cm tief in die Erde.
  4. Drücke das Substrat vorsichtig an, damit der Steckling stabil steht.
  5. Stelle den Topf hell und warm, aber ohne pralle Sonne auf.

Eine durchsichtige Tüte über dem Topf kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Sie darf die Blätter jedoch nicht dauerhaft berühren und sollte täglich kurz gelüftet werden. Sonst bildet sich Kondenswasser, und aus einem guten Steckling wird schnell ein Fäulnisproblem.

Halte die Erde gleichmäßig leicht feucht, aber niemals nass. Nach etwa drei bis acht Wochen zeigt ein vorsichtiger Zug am Steckling einen leichten Widerstand. Das ist ein gutes Zeichen für neue Wurzeln. Noch besser ist ein frischer Austrieb, denn er zeigt, dass der Steckling nicht nur Wurzeln bildet, sondern wieder aktiv wächst.

Stammstecklinge und Bodentriebe richtig einsetzen

Beim Rückschnitt eines langen oder kahlen Drachenbaums bleiben oft mehrere brauchbare Stammstücke übrig. Teile den verholzten Stamm in 4 bis 10 cm lange Abschnitte. Jedes Stück sollte mindestens eine Triebknospe besitzen, die sich als leichte Verdickung unter der Rinde erkennen lässt.

Markiere vor dem Schneiden die Oberseite mit einem kleinen Strich. Das klingt nebensächlich, ist aber einer der häufigsten Fehler. Ein Stammstück, das verkehrt herum in die Erde oder ins Wasser kommt, bildet oft keine brauchbaren Wurzeln und treibt nicht wie gewünscht aus.

  1. Lege die Stammstücke einige Stunden trocken und schattig ab.
  2. Setze sie anschließend mit der richtigen Seite nach oben in leicht feuchtes Substrat.
  3. Stecke ungefähr ein Drittel bis die Hälfte des Abschnitts in die Erde.
  4. Halte das Substrat warm und nur mäßig feucht.
  5. Warte geduldig auf einen Austrieb, statt den Steckling ständig herauszuziehen.

Junge Bodentriebe sind noch einfacher zu behandeln. Wenn ein Seitentrieb bereits eigene Wurzeln besitzt, kannst du ihn vorsichtig von der Mutterpflanze lösen und direkt in einen kleinen Topf setzen. Sind noch keine Wurzeln vorhanden, wird er wie ein Kopfsteckling behandelt.

Wasser oder Erde und was danach wichtig ist

Die Bewurzelung im Wasserglas ist anschaulich, weil du die ersten Wurzeln direkt beobachten kannst. Für Anfänger ist sie deshalb angenehm. Ich halte die Bewurzelung in lockerem Substrat trotzdem für die bessere Dauerlösung, weil die späteren Erdwurzeln nicht erst an die veränderte Umgebung angepasst werden müssen.

Bewurzelung im Wasser Bewurzelung in Erde
Wurzeln sind gut sichtbar Der Steckling kann im gleichen Gefäß weiterwachsen
Wasser alle 5 bis 7 Tage wechseln Substrat nur leicht feucht halten
Bei trübem oder riechendem Wasser sofort wechseln Staunässe und schwere Erde vermeiden
Umsetzen, sobald mehrere Wurzeln etwa 3 bis 5 cm lang sind Nach kräftigem Austrieb in normale Grünpflanzenerde setzen

Für das Wasserglas reicht es, den unteren Bereich des Stecklings wenige Zentimeter einzutauchen. Die Blätter dürfen nicht im Wasser hängen. Ein heller Platz ohne direkte Sonne und eine Raumtemperatur von ungefähr 20 bis 25 °C schaffen gute Bedingungen.

Nach dem Einpflanzen brauchen junge Pflanzen zunächst keinen großen Topf. Ein Gefäß mit 8 bis 10 cm Durchmesser genügt meist. Gieße erst wieder, wenn die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist, und dünge frühestens nach vier bis sechs Wochen vorsichtig.

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Diese Fehler bremsen die Wurzelbildung

  • Zu viel Wasser: Ein weicher, dunkler Steckling fault meist eher, als dass er neue Wurzeln bildet.
  • Zu wenig Licht: Im dunklen Raum bleibt die Pflanze lange ohne Austrieb und wird schwach.
  • Kalte Fensterbank: Temperaturen unter etwa 18 °C verlangsamen die Bewurzelung deutlich.
  • Zu viele Blätter: Ein großer Blattschopf verdunstet mehr Wasser, als der Steckling aufnehmen kann.
  • Ständiges Kontrollieren: Herausziehen beschädigt gerade entstehende Wurzeln.

Braune oder vertrocknete Blattspitzen sind während der Bewurzelung nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Wird der Stamm jedoch weich, riecht das Wasser unangenehm oder verfärbt sich die Schnittstelle schwarz, solltest du den betroffenen Bereich bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden.

So wird aus dem Rückschnitt eine stabile neue Zimmerpflanze

Ein Drachenbaum muss nach dem Schnitt nicht kahl bleiben. Der verbleibende Stamm kann unterhalb der Schnittstelle neue Triebe bilden, während die abgeschnittene Spitze und gesunde Stammstücke zu eigenen Pflanzen heranwachsen.

Mein wichtigster Rat lautet deshalb, nicht zu früh aufzugeben. Wärme, helles Streulicht, sauberes Arbeiten und ein sparsamer Umgang mit Wasser machen in der Praxis den größten Unterschied. Sobald der Steckling neue Blätter schiebt und fest im Substrat sitzt, hast du den schwierigsten Teil bereits geschafft.

Häufig gestellte Fragen

Kopfstecklinge mit 8 bis 15 cm Länge sind für Einsteiger am einfachsten und von Anfang an dekorativ. Stammstücke von 4 bis 10 cm eignen sich, wenn beim Rückschnitt mehrere neue Pflanzen entstehen sollen. Bodentriebe mit eigenen Wurzeln können direkt eingetopft werden.

Am zuverlässigsten gelingt die Vermehrung zwischen März und August, wenn die Pflanze aktiv wächst. Ein heller, warmer Standort ohne direkte Mittagssonne unterstützt die Wurzelbildung. Bei Temperaturen unter etwa 18 °C dauert sie deutlich länger.

Entferne die unteren Blätter, stecke den 8 bis 15 cm langen Trieb 2 bis 4 cm tief in lockeres, durchlässiges Anzuchtsubstrat und drücke die Erde vorsichtig an. Halte sie nur leicht feucht und stelle den Topf warm und hell ohne pralle Sonne auf. Nach etwa drei bis acht Wochen zeigt ein leichter Widerstand beim vorsichtigen Ziehen die Wurzelbildung an.

Im Wasserglas lassen sich die Wurzeln gut beobachten, allerdings muss das Wasser alle fünf bis sieben Tage gewechselt werden. In lockerem Substrat kann der Steckling im gleichen Gefäß weiterwachsen und muss sich später nicht an Erdwurzeln gewöhnen. Wasserstecklinge werden umgesetzt, sobald mehrere Wurzeln etwa 3 bis 5 cm lang sind.

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Mein Name ist Hans Philipp und seit nunmehr 11 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Haus, Garten, Natur und Energie. Diese Leidenschaft hat sich über die Jahre entwickelt, angetrieben von der Faszination für nachhaltige Lebensweisen und der Möglichkeit, durch fundiertes Wissen einen Beitrag zu leisten. Auf prof-frommhold.de teile ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen, sei es bei der Optimierung der Energieeffizienz im Eigenheim, der Pflege eines blühenden Gartens oder dem Verständnis ökologischer Zusammenhänge in unserer Natur. Mir ist es wichtig, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und Ihnen stets aktuelle sowie verlässliche Informationen zu liefern, die Sie direkt in Ihrem Alltag anwenden können.

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